Oberes Adlergebirge geographisch und geschichtlich

Oberes Adlergebirge

Schafe auf den Weiden von Gießhübel im Adlergebirge,

Gießhübel im Oberen Adlergebirge

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Ernestinenberg bei Ottendorf im Adlergebirge

Erstes Heimattreffen 1969 im Adlergebirge

Erstes Heimattreffen 1969 im Adlergebirge – Kirche in Bärnwald im Adlergebirge ehemaliger Haupteingang

sattel (6)

Alte Schule Pollom

Rokitnitz im Adlergebirge, Winter in der Kleinstadt

Rokitnitz im Adlergebirge, Winter in der Kleinstadt

Geographie:

Das Gebirge

Das Obere Adlergebirge, als nordöstliches Glied der böhmischen Gebirgsumwallung im Borden Böhmens, hat die gleiche Streichungsrichtung wie auch sein nordwestlicher Nachbar, das Riesengebirge.
Es zieht sich in südöstlicher Richtung ca. 70 km vom Pass Nachod-Kudowa (362 m) – Bad Reinerz bis zum Durchbruch der Wilden Adler bei Tschihak dem Adlerdurchbruch früher auch Erlitzdurchbruch (498 m).
Ein Höhenriegel (Mittelgebirge), der von der Deschneier Großkoppe (1.114 m) dem zweithöchsten Berg des Oberen Adlergebirges nach Nordosten abzweigt, verbindet den Böhmischen Kamm mit dem Glatzer Kamm, wie das Habelschwerdter Gebirge im geographischen Sinne zu bezeichnen ist.

Die wilde Adler

Die Wilde Adler (früher auch Erlitz genannt) bildete bis zum Adlerdurchbruch auf ca. 25 km die Staatsgrenze der Tschechoslowakei zum Deutschen Reich (Deutschland). Heute ist sie die Staatsgrenze zwischen der Tschechien (einst Tschechoslowakei) und Polen (einst Volksrepublik Polen). Sie ist Grenze zwischen Böhmen (Bohemia) und Schlesien (Slaska).
Sie nimmt alle aus dem Oberen Adlergebirge kommenden Gebirgsbäche, Rokitenka, Klause, Kneschna, Alba, Dedina, Sattler Goldbach und kleinere Zuflüsse auf und mündet, nachdem sie sich bei Tinischt mit der Stillen Adler vereint, bei Königsgrätz in die Elbe.


Die Mettau

Den Gießhübler Goldbach (Alscherbach) nimmt die Mettau auf, die sich bei Josefstadt (Josefov) in die Elbe ergießt.
Mittlere Seehöhe
580 m

Haushaltungen: 4961
Ein Flächenausmaß von 28251 ha (282,51 qkm) und bestand aus 37 Gemeinden mit Bürgermeister.
Die Einwohnerzahlen:
1910 20.966 Einwohner
1930 17.258 Einwohner
1939 16.297 Einwohner
1990 __.___ Einwohner
2000 __.___ Einwohner
2011 __.___ Einwohner

Die Wirtschaft und Industrie vor der Vertreibung der Deutschen

Eine Vielzahl von kleinbäuerlichen und bäuerliche Anwesen, wenige Großbauern. In vielen kleinbäuerlichen und bäuerlichen Anwesen wurde Hausweberei betrieben. Es bestanden zudem Handwebereien die einst in Heimarbeit für Unternehmen aus Schlesien arbeiten. Es gab viele kleinere Mechanische Webereien die auch mit Elektrizität, die sie teilweise selbst erzeugten arbeiteten. Weiterhin gab es Holzverarbeitungsbetriebe, Brettsägen, Sägewerke, Schnitzereienm im Wesentlichen in kleinbäuerlicher oder kunsthandwerklicher Kleinarbeit. Bierkneipen, Gastwirtschaften, Cafe´s und Hotels. Lebensmittelläden, Schneider, Sattler, Zimmereien und Maurerbetriebe, Dachdecker. Tischler und Möbelschreiner. Molkerei, Schlachthöfe und Metzgereien.

Es waren Anfänge des Fremdenverkehrs zu verzeichnen, begünstigt durch die Kurbetriebe in Schlesien, so in Bad Reinerz, Bad Kudowa, Bad Landeck und Altheide Bad. Wie auf preußischer, sprich Reichs-deutscher Seite, in Niederschlesien entwickelte sich auch im Adlergebirge, ein, wenn auch kleiner, und für heutige Verhältnisse fast unbedeutender Fremdenverkehr, in kleineren bis mittleren Hotels aber auch in bäuerlichen Anwesen. Diese Tradition wurde heute übernommen und wird ständig ausgebaut. Es waren überwiegend Sommerfrischler, die das Adlergebirge besuchten, Es wurde aber auch vereinzelt und auch bei der einheimischen Bevölkerung Wintersport betrieben. Begünstigt auch nach der Entwicklung eines ersten Betriebs zur Herstellung von Skiern und Schlitten.


Schulwesen vor 1918

76 Klassen in Volksschule


Schulwesen nach 1918

57 Klassen in zwei Bürgerschulen. Bürgerschulen bestanden in der südlich gelegenen Stadt Rokitnitz und dem Markt Gießhübel im Norden des Oberen Adlergebirges.

Rokitnitz:
Hier bestanden sowohl eine landwirtschaftliche wie auch eine gewerbliche Berufsschule.

Rokitnitz war Sitz eines Gerichts des Bezirks Königgrätz.

Vereine:
1. „Bund der Deutschen in Böhmen“,
2. „Bund der Deutschen in Ostböhmen“,
3. „Deutscher Schulverein“,
4. „Deutscher Kulturverband“,

Außerdem bestanden in einzelnen Orten von Gießhübel bis Tschihak und der Adlergebirgsstadt Rokitnitz eine Vielzahl an Turnvereinen, Jugendverbänden, Gesangsvereinen, Theatervereinen, Feuerwehren, Veteranenvereinen, Gebirgsvereinen, Sterbekassen und Sparvereine.
Verkehr: Die Hauptverkehrsadern waren die Erlitztalstraße im Tal der Wilden Adler von Batzdorf bis Friedrichswald und Tritschkadorf. Die Vorbergestraße von Batzdorf über die Stadt Rokitnitz, weiter über Groß Auerschim, Deschnei, Sattel und Polom nach Gießhübel. Deren Bau wurde 1870 begonnen und zog sich über Jahrzehnte hin bis 1932, der Fertigstellung der Straßenführung wie sie auch heute noch zu befahren ist. Die Länge betrug 75 km. Einige Ortsstraßen wurden nun den westeuropäischen Erfordernissen angepasst, wie 2012 die modern ausgebaute Straßenführung durch Sattel im Adlergebirge.

Es bestanden weitere Bezirksstraßen zu diesen beiden wichtigen Adlergebirgsverbindungsstraßen als Verbindungsstraßen aus der alten Kreisstadt Neustadt an der Mettau, im Westen, Josephsstadt der alten Garnisonstadt in Nordnordwest, und nach Landskron.
Außerdem fuhren Busse auf diesen Straßen, die die öffentliche Autobusverbindungen zu den Bezirksstädten, zu den Marktorten und zu den Eisenbahnstationen in Lewin, Schlesien, nach Rokitnitz im Adlergebirge und Lichtenau im Grulicher Ländchen aufrecht hielten.


Geschichte:

Im 13. Jahrhundert wurden die Orte Gießhübel, Pollom und Sattel nach Anwerbung von Waldarbeitern der Herrschaft Frimburg von diesen Arbeitern angelegt und so die Besiedlung des „Oberen Adlergebirge“ gegründet. (Polom heißt übersetzt Windbruch)
Ulrich von Dürenholtz lies nach 1260 von Wildenschwerdt aus 40 Dörfer, darunter Rokitnitz, Groß Auerschim und Klein Auerschim gründen.
Der Besitzer der Burg Richemberg ließ vor 1355 durch angeworbene Arbeiter und Leibeigene die Siedlungen Prorub, Hlaska, Bielei, und Rampusch anlegen. Sowie Himmlisch Riebnei mit Popelow und Saufloß.
Von der Burg Opotschno aus erfolgte 1362 die Anlage von Deschnei und Tannendorf in ähnlicher Weise wie von Frimburg, Richemberg und Wildenschwerdt aus.
Das älteste Dorf im Erlitztal ist Batzdorf (mit Hohenerlitz) vor 1557 gegründet. Glashüttensiedlungen entstanden in Deschnei, Tanndorf, Katscher, Kunzendorf, Oberdorf, Herrnfeld, Schwarzwasser und Friedrichswald.
Im Reichenauer Holzgau entstanden die Dörfer Groß Stiebnitz und Klein Stiebnitz, Ritschka, Schwarzwasser und Neudorf durch angeworbene Holzknappen aus dem Riesengebirge.

Parteien

Bis 1938 gab es im Oberen Adlergebirge in der Tschechoslowakei folgende Parteien

1 Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei
2 Deutsche Christlich-Soziale Volkspartei
3 Bund der Landwirte
4 Deutsche Gewerbepartei
5 Deutsche Nationalpartei
6 Sudetendeutsche Partei
7 Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei
8 Vereinigte deutsche Parteien
9 Kommunistische Partei

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