Die Fahrt ins Adlergebirge im Juli 2014

Tag 1, 21. Juli 2014 kleiner Streßtag! Lange Reise, heißer Tag und die Unterkunft klappt erst nicht.
Anreise aus Dresden.
Über die neue Autobahn Dresden-Praha, auf der noch das Teilstück bei Řehlovice (ca. 10 Kilometer südwestlich von Ústí nad Labem (deutsch Aussig) und Bílinka, einem Ortsteil von Velemín (deutsch Welemin) fehlt, und man deshalb Landstraße fahren muss. Dann von Prag auf die Autobahn, die direkt bis Hradec Kralove (deusche Königgrätz) führt und heute für den öffentlichen Verkehr endet, jene Autobahn die einmal bis Wrocław (deutsch Breslau) gehen soll.
Von der Autobahnabfahrt in Königgrätz auf der Straße 33 in die Stadt und dort auf der Straße 11 Richtung Štíty (bis 1949 Šilperk, deutsch Mährisch Schildberg) bis nach Třebechovice pod Orebem (deutsch Hohenbruck) und dort links ab in die Stadt und über Opotschno und von Dobruska auf der „Walnußallee“ hoch ins Gebirge. Es steht schon da und es wartet bereits auf uns. Wie immer, das ganze Jahr über.

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Zuerst wird Sattel angesteuert, dort wird als erstes einmal Verwandtschaft besucht! Das Wichtigste an Neuem wird ausgetauscht. Das was man lieber persönlich sagt und eben nicht am Telefon. Trauriges und Schönes berichtet. Man umarmt sich und ist hoch erfreut und glücklich.

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Die zugesagte Unterkunft steht nicht mehr zur Verfügung (???!?). Somit schauen wir  zuerst bei Bekannten, aber die waren nicht zuhause. Dann eine erfolgreiche Überlegung, die Information der Stadt…, und die Übernachtung war in 15 Minuten gesichert!

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Die Unterkunft ist schnell gefunden, Pension Köhler in Deschnei,

Von Pension in Deschnei
mit einer herrlichen Aussicht über Deschnei und das Gebirge, mit einem schönen Schwimmbecken und einer guten Sauna incl. einem Weinkeller, mit Internetanschluss und ausgiebigen Frühstück.

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Zu erwähnen ist noch ein Tierfund auf der Straße von Sattel nach Deschnei. Es handelte sich um eine wunderschöne, leider überfahrene Ringelnatter!

Wir kauften dann noch die wichtigsten Dinge ein und relaxten dann bereits ein wenig in der Pension, Energie tanken für die kommenden Tage.

Tag 2, 22. Juli 2014 Tag der Arbeit 😉

Der Tag sollte planmäßig angehen, denn wir haben uns heute viel vorgenommen! Start in Deschnei über Luisenthal, Stiebnitz und Saufloß.

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Zwischen Stiebnitz und Saufloß begegneten wir einem Reh. Es ging dann weiter über Himmlisch Rybnai (Golfplatz, Friedhof, Kirche und Besuch bei Bekannten nach Rokitnitz. Hier trafen wir auf dem Marktplatz jenen netten Sänger aus Franken, der eigentlich aus Schlesien stammt, der in der Kirche zu den Annawochen, vom Bürgermeister von Rokitnitz eingeladenwurden ist, seit Jahren seinen Auftritt hat und der in der Kirche in Rokitznitz 2014, beim Konzert am Nachmittag, um 17.00 Uhr, ebenfalls mitsang.

Nun ging es weiter über Hohenerlitz, Bärnwald, Herrnfeld, Batzdorf und Ottendorf durch das schöne sonnige Gebirge.

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Zwischen Ottendorf und Schönwald gelang uns ein wunderschönes Foto mit Blick in das polnische Schlesien. Weiter ging es über Schönwald, Neudorf, Schwarzwasser, Orlické Záhoří, Langenbrück, Grünborn und zurück nach Deschnei.

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In Neudorf „dinierten“ wir in der Penzion Chata Rampusak. Immerhin wurde dies auf der Arcorseite von Batzdorf beworben! Aber das Essen kann man mit gutem Gewissen wirklich nicht weiterempfehlen. Es ist eine Art Schnellimbiss, das Essen selbst, serviert wird es schon, aber selbst gekocht? .. leider!
Es gibt viele schönere Orte im Adlergebirge, wo man essen kann, mit nettere Bedienungen und besseren Speisen.

Nach einer notwendigen Verschnaufpause ging es von Deschnei über Pollom nach Gießübel.

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Hier trafen wir eine nette, kaum deutsch sprechende Dame am Zollplatz (dem Marktplatz). Sie machte uns auf Frau Schwarz aufmerksam, die vor dem Haus saß, in dem sie wohnt. Es ist das ehemaligen Hotel Jurka.
Mit ihr führten wir ein sehr langes Gespräch. Sie gab uns einige Fotos, für die Verwendung im Archiv des Vereins und hier im Internet, die wir abfotografierten.
Als vorletztes ging es dann um 22:30 Uhr zur kleinen tschechischen Pizzaria in Deschnei. Ein wesentlich besseres Essen als in Rampuschak wurde uns geboten. Und dann ab ins Bett!

Tag 3, 23. Juli 2014 Tag der kleinen Odyssee
Heute wollen wir ein wenig kürzer treten! Wir starten in Deschnei und es geht erst einmal über Sattel nach Polom, unserem geliebten Pollom.

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Hier besuchten wir einen Bunker, nachdem wir uns den Größten von außen anschauten, der aber geschlossen war. Der ist nur Samstag und Sonntag und an Feiertagen geöffnet. Dort entstand dann ein wunderschönes Panoramafoto.

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Wir besuchten auch eine Künstlerin, die seit 1946 in Pollom lebt. Sie zeigte uns ein älteres Bild, dass wir bei einem Besuch vor 8 Jahren malten, und sie bat uns um ein weiteres Bild, als ein lebendiges Zeichen für ihr persönliches Lebensarchiv. Somit wurde eines für unsere tschechische Kollegin gemalt. Sie hatte in diesem Sommer eine eigene Ausstellung im Museum in Sattel. Nach Kaffee, Tee und selbst gebackenen Kuchen verabschiedeten wir uns von unserer Freundin der Künstlerin und ihrer ebenfalls malenden Tochter.

Nun fuhren wir über Deschnei, Aurim, Kacher, Kunzendorf nach Stiebnitz.
Ahh… Abkürzung nach Stiebnitz!?!! 😉 Auf gehts… In dieser Richtung geht es nach Stiebnitz.

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Mitten durch Wald und Wiesenwege! Endlich Wegweiser! Zur Hauptstraße nach Stiebnitz-Ortskern. Da lang… Loß!! Aber warum ist das durchgestrichen? ..ok, wir kamen unten an der Straße an! Adledrgebirgler wissen wo es lang geht, auch ohne Hilfe des Navis! 10m vor der Straße mussten wir halten. Wie man im Bild von der anderen Seite sehen kann, ist die Straße auf die wir fahren wollten durch eine Brücke abgegrenzt, die viel zu schmal war! Nur für Moped geeignet! Zurück, den schönen Riesenberg rauf …direkt durch den Wald, auf dem wir hergekommen sind bis hoch auf dem Adergebirgsplateau. Da mussten wir uns neu orientieren. Navi sagt Pampa!!

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Straße nicht eingetragen. Erneut kilometerweit über die Wiese und schnell waren wir auf der gewünschten Straße. So kamen wir zu dem oberen Foto, anderen Seite bei der engen Brücke! Das war der Tag: Mit Auto durch Busch und Pampa, natürlich muss es heißen: unser geliebtes Adlergebirge!!

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An dieser Stelle hatten wir endlich wieder feste Straße unter den Rädern!

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Zwischen Deschnei und Aurim trafen wir abermals auf ein Reh! (Bildmitte, brauner Fleck zwischen den Heuballen) Und zu letzt gehts wieder in die Pension.

Tag 4, 24. Juli 2014 Tag einer weiteren kleinen Odyssee II
Diesen Tag beginnen wir mit einem schönen Museumsbesuch in Deschnei.

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Die ehemalige Museumsführerin, die für uns eine Führung machte, welche wir aufzeichnen durften. So bleibt dies für die Nachwelt erhalten. Hier im Gespräch mit dem Adlergebirgsverein über Familie, Pfarrer Wolf, Nachkriegszeit im Sozialismus und ihre Arbeit für das Museum.

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Nun aber los. 14:00 Messe auf dem Ernestinenberg. Es sollte zur Wallfahrtsmesse auf dem Ernestinenberg gehen!!

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In Bärnwald die Dorfstraße hoch und gleich wieder eine Abkürzung, hinauf in den Wald. Ernestinenberg wir kommen! Aber einmal falsch abgebogen und wir befanden uns nicht mehr in Richtung Ernestinenberg sondern unterhalb dessen, mitten im Wald!! Nicht das ihr denkt, hinter dem Fotografen ist Straße!! Nein!! Da sah es genauso aus!! Links und rechts Wald, ein Wanderwegweiser und wir, auf einem Holz(Forst)weg.
Aus Zeitgründen vergessen wir den Ernestinenberg! Den kennen wir von jahrelangem hinwandern zur genüge. Dort war es immer schön lustig. Auf nach Rokitnitz, erst einmal was Kühles trinken.

Nun gehts weiter über Schönwald, dem schönen Adlerdurchbruch, Tschihak nach Böhmisch Petersdorf! Zur Lagerstätte der hier Ermordeten. Es wird die alljährliche Schweigeminute geleistet und ein Gebet gesprochen. Dann aber zu einem alten Freund, der auch besucht werden muß.

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Hier besuchen wir einen alten Freund.

Es geht zurück nach Rockitnitz! Hier findet ein Treffen der Vertriebenen statt. Das Essen kostete 200 Kcz und die Musik zum Tanzen war nicht da. Bedauerlich war, dass der Veranstalter oder dessen Vertreter nicht erschienen ist und auch sonst keine Grußworte oder Worte des Dankes mitgesandt hatte. Aber niemand wunderte sich darüber. Nur der Redner der Versammlung sprach sein Bedauern über das Wegbleiben aus.

Der Raum der Veranstaltung, die schöne und moderne Rokitnitzer Schule, war wohl gerade wegen des Fehlens des Vertreters ein voller Erfolg. Wir redeten mit den unterschiedlichsten Leuten an den verschiedensten Tischen. Besonders mit der Frau des Veranstalters, der Sängerin unseres schönen Heimatliedes: „Tief eim Toole, zwischa Barcha“. Auch wurde das „Derfla“ von den Besuchern gesungen. Es entwickelten sich gute Gespräche zwischen uns und den anderen Teilnehmern. Nach regem Austausch  verabschiedeten wir uns von den Versammelten mit einem Handschlag und lieben Worten.

Danach ging es leider schon zurück in die Pension!

Tag 5, 25. Juli 2014 Nach Hause Tag – leider ;((

Auto bepacken und los gehts.. noch kurz über Tanndorf, zum „Brinkestein“, nach Schedewie zur „Bauernkirche“, nach Schönwald, und nach Rokitnitz zum Termin mit dem Bürgermeister im Museum!

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Der Terminen mit dem Bürgermeister im Museum. Hier auf dem Weg in das neue Museum.

Weiter gehts über Deutsch Petersdorf, dass jetzt zu Wichstadtl gehört, über Wichstadtl, mit dem kleinen Markt und der Kirche, dann über Lichtenau und Niederlipka an der Bahnstrecke mit den Bunkern, entlang hoch in die Stadt nach Grulich. Zum alten Stadtpfarrer, der nicht da war. Im Pfarramt wurde der neuen Pfarrer rausgeklingelt um die Kirche aufsperren zu lassen. Der neue Pfarrer schloß uns freundlich und lächelnd die Kirche auf.

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Wir speisten im Hotel Zlata Labut, was ich nur empfehlen kann! Speisen sind sehr gut  und der Service ist freundlich und mehrsprachig. Das Preisleisungsverhältnis ist überduchschnittlich gut. Grulich eben!

Zu genau diesem Mittagessen in Grulich trafen wir auch noch ein paar Adlergebirgler vom Treffen in Rokitnitz. Die hatten wohl auch das Bedürfnis sich Grulich anzusehen. „Nur der Vertreter des Veranstalters fehlt hier auch“ war die lustige Aussage der Adlergebirgler. Jedenfalls war dies unsere gemeinsame Meinung und so mundete das Essen besonders gut. „Im nächsten Jahr wieder“ riefen sie uns beim Weggehen zu und wir antworteten: „So Gott es will.“ Ja mit den richtigen humorvollen und anständigen Adlergebirglern zusammen zu sein, ist immer eine Freude.

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Nun besuchten wir noch das Museum, sowie die rom.-kath. Stadtkirche. Der alte Pfarrer ist nicht in Grulich. Es war ein ebenso freundlicher und gesprächiger Mann und strahlenden Augen.

Versäumt wurde allerdings die Fahrt auf dem Pilgerweg von Grulich hoch hinauf zum heutigen Hintereingang des Klosters. 2015 fahren wir wieder hoch, wie es sich seit 1969 geziemt.

Und jetzt gehts (leider) zurück nach Hause!

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