Odlergebarchisch reeda

Hier werden adlergebirgische Erzählungen, Gedichte und Geschichten im Dialeekt erzählt und wiedergegeben.

Gebirgsschleschisch heißt das Geheimniss des Landes oben auf dem Adlergebirge und unten in den Tälern.

Als Beispiel zuallererst das Lied des Adlergebirges das sich in den Herzen und den Gedanken der Adlergbirglerinnen und Adlergebirglern erhält und dass nunmehr so manches Grab beinhaltet. Im echten Leben wird es fast nicht mehr gesungen. Diese Sprache spricht kaum noch ein Mensch auf unserer Erde, Eine Sprache die wie die Menschen nie auf der roten Liste der Vereinten Nationen stand und trotzdem untergeht.

Das Lied, der Text:

Adlergebirgisches Liedgut

Unser Adlergebirgslied

1. Tief eim Toole, zwesch´r a Barcha,
leit mei liewe, schiene Heemt.
Griene Wiesa, griene Felder,
vo grien Pescha eigeseemt.

Refrain

2. Olle Bächlan, klar on helle,
sprenga flink daam Goldbach zu.
On die Vöcherlan tun senga,
Heemt mei Heemt , wie schien best du.

Refrain

3. Best ei´s Harze mir gewachsa,
Luhbarch du, ich muss dersch sään,
host viel Freeda on viel Kommer
wie a Freund mit mir geträän.

Refrain

4. Ei dr Fremde docht ich ofte:
Och, wie schien is´s iweroll;
doch em schinsta is derheeme,
ei mem griena Goldbachtool.

Refrain

5. On die Loite vu alem Schloche,
hon en troia, doitscha Sinn,
hala feste zo dam Dörfla,
doss´s soll olla recht gut gien.

Refrain:

Dich, mei Dörfla, lieb ich ennich,
weil mei Harze schlät noch worm,
on ich wa dich nee vergassa,
dich mei Dörfla, kleen on orm;
on ich wa dich nee vergassa,
dich mei Dörfla, kleen on orm !

Refrain, allerdings lediglich bei den obigen Strophen 1 bis 5:

Dich, mei Dörfla, lieb ich ennich,
weil mei Harze schlät noch worm,
on ich wa dich nee vergassa,
dich mei Dörfla, kleen on orm;
on ich wa dich nee vergassa,
dich mei Dörfla, kleen on orm !

Strophe 6 hat einen abweichenden Text im Refrain der an der Strophe 6 mit anhängt:

6. Wenn dar schiene Tram zo Ende,
grobt mich ok derheeme ei!
Bei mem Barcha, bei mem Dörfla,
well ich ei a Himmel nei!
Dich, mei Dörfla, liebt ich ennich,
weil mei Harze schluch noch worm;
tu a du mich ne vergassa,
du mei Dörfla, kleen on orm;
tu a du mich ne vergassa,
du mei Dörfla, kleen on orm !

In Gießhübel, Rokitnitz, Grulich wurde anstatt Derfla Staatla gesungen

Ist das nicht eine sehr einfache und auf besonders wundervolle Weise seine sehr persönliche Liebe und Verbundenheit den jede Sängerin und jeder Sänger bei dieses Textes empfinden kann ? Persönlich für sich und auch seine Lieben, die beim Lesen, beim Singen oder beim Denken dieses Textes mit der Heimat eingegangen wird.

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Jede Person, die diesen Text bedenkt, hörbar macht, für sich oder andere, in seiner Umgebung und wenn es noch so leise ist, kann eins werden mit dieser Welt, kann mit allen die dabei in den Sinn komen, mit der Erinnerung sichtbar werden diese Mentaltät in diesem Lied teilen, kann dabei alles Leid der Erde im Heute vergessen oder für wertlos und sinnlöos erachten angesichts der in der Erinnerung so schönen Tage sich ausschließlich dieser schönen Tage und Jahre erinnern. Ja er kann plötzlich wieder fern der Heimat mit dem Land und der Erde seiner Kindheit und Jugend kommunizieren, ob einst Mädchen oder Junge, so lange oder nur sehr kurz dieses Land die kleinen Beine getragen haben und allen Kindern glückliche Tage beschert hatten. Kinderglück und Jugendfreuden selbst in schlimmsten Tagen werden plötzlich wieder lebendig.

Und selbst das Leid der Vertreibungszeit wird eine wundervolle Zeit des Zusammenstehens der Dorfgemeinschaft. Nachbarn, Freunde und Familie, die gesamten Gemeinschaft erscheint vor dem geistigen Auge und es tränt aus sich heraus von selbst und lässt alles Böse wie mit einem Segen des Schöpfers behaftet alles verschwommen erscheinen. Dann wird der Wunsch bei denen begraben zu sein, die einem einst Gutes wollten, Eltern, Großeltern, Verwandte, Nachbarn, Schulfreunde, Freunde, alle guten Nachbarn und alle die Teilhabe an den guten Dingen hatten auch erkennbar und verständlich. Diese Personen erscheinen beim Singen dieses Liedes lebendig und in einer geradezu nahen Erinnerung. Zu deren letzter Ruhestätte fühlt man sich unweigerlich hingezogen, den es ist die gemeinsame Heimat. In die Heimat, zu den Menschen die man in Kindheit und Jugend liebte und dann auch zu deren letzter Ruhestätte weil man im Normalfall auch dort beerdigt werden würde, in der Heimat eben, wie es nahezu überall auf der Erde üblich ist. Nur eben in der eigenen Heimat nicht, weil das Leben dort sinnlos, höchst kriminell und äußerst brutal auf dem Wege einer national begrenzt stattfindenen ethnischen Säuberung für immer zerstört wurde. Ausgelöscht wirklich für immer. Dann zu singen : »Wenn dar schiene Tram zo Ende, grobt mich ok derheeme ei! Bei mem Barcha, bei mem Dörfla well ich ei a Himmel nei!» – ist nur all zu verständlich. Genauso wie es der letzte Teil der nunmehr veränderte letzte Refrain im Lied: « Dich, mei Dörfla, liebt ich ennich, weil mei Harze schluch noch worm; tu a du mich ne vergassa, du mei Dörfla, kleen on orm; tu a du mich ne vergassa, du mei Dörfla, kleen on orm!» Und damit ist bereits alles gesagt, was es an natürlicher, guter, mitmenschlicher und unvergessener Heimatliebe und Freude am Leben im Adlergebirge seitens der Menschen zu zu sagen gibt. Ist es nicht ein schönes Lied ?

Und es begann früher in jeder Generation im Adlergebirge aufs Neue, nach einem Begrägniss: «Tief eim Toole, zwesch´r a Barcha, leit mei liewe, schiene Heemt, griene Wiesa, griene Felder, vo grien Pescha eigeseemt.“ So sangen schon die Jungen. Dachten auch schon immer so. Das war der Lauf der Welt und der wird es auch noch lange bleiben.»

Es git nooch viel zo erzääla.

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