Kunst+Kultur

Adlergebirgisches Liedgut
nach der Sammlung der Adlergebirgsjugend

unter Leitung des
Ersten Jungobmann des
„Verein der Adlergebirgler e. V.“
in Waldkraiburg

aus dem Jahre 1970

Unser Adlergebirgslied
(Das beliebte und geliebte Heimatlied.
Unser Erkennungslied der Adlergebirglerinnen und Adlergebirgler
auf Gegenseitigkeit)

nach Pausewang

1. Tief eim Toole, zwesch´r a Barcha,
leit mei liewe, schiene Heemt
griene Wiesa, griene Felder,
vo grien Pescha eigeseemt.

2. Olle Bächlan, klar on helle,
sprenga flink daam Goldbach zu,
on die Vöcherlan tun senga,
Heemt mei Heemt , wie schien best du.

3. Best ei´s Harze mir gewachsa,
Luhbarch du, ich muss dersch sään,
host viel Freeda on viel Kommer
wie a Freund mit mir geträän.

4. Ei dr Fremde docht ich ofte:
Och, wie schien is´s iweroll;
doch em schinsta is derheeme,
ei mem griena Goldbachtool.

5. On die Loite vu alem Schloche,
hon en troia, doitscha Sinn,
hala feste zo dam Dörfla,
doss´s soll olla recht gut gien.

Refrain, allerdings lediglich bei den obigen Strophen 1 bis 5:

Dich, mei Dörfla, lieb ich ennich,
weil mei Harze schlät noch worm,
on ich wa dich nee vergassa,
dich mei Dörfla, kleen on orm;
on ich wa dich nee vergassa,
dich mei Dörfla, kleen on orm !


Der Refrain in Strophe 6 ist abweichen im Text des obigen Refrain.
Er ist der Strophe 6 unten beigefügt:

6. Wenn dar schiene Tram zo Ende,
grobt mich ok derheeme ei !
Bei mem Barcha, bei mem Dörfla
well ich ei a Himmel nei !

Dich, mei Dörfla, liebt ich ennich,
weil mei Harze schluch noch worm;
tu a du mich ne vergassa,
du mei Dörfla, kleen on orm;
tu a du mich ne vergassa,
du mei Dörfla, kleen on orm!

(In Gießhübel, Rokitnitz, Grulich wurde anstatt Derfla „Staatla“ gesungen, weil Gießhübel eine Bürgerschule hatte, wie die Stadt Rokitnitz und in der Stadt Grulich sowieso.)

Dieses Lied wude1970 in einer bebilderten Ausgabe mit Noten und Text sowie dazugehönder Bebilderung, von der Adlergebirgsjugend selbst hergestellt. Es wurde zur Vervieltigung als Druck von der damaligen Gruppe der Adlergebigsjugend aus dem Oberen Adlergebirge an die Geschäftsstelle des Vereins der Adlergebirgler nach Waldkraiburg verbracht.
Seitdem ist es dort auf unerklärliche Weise abhanden gekommen.

 

 

 

 

Von Nutzen und dem Wert des Werkes
für Adlergebirglerinnen und Adlergebirgler
und der falschen Nutzung des Werkes durch „Ewig Gestrige“

Ist das nicht eine sehr einfache und auf besonders wundervolle Weise seine sehr persönliche Liebe und Verbundenheit den jede Sängerin und jeder Sänger bei dieses Textes empfinden kann man persönlich für sich und auch seine Lieben, die beim Lesen, beim Singen oder beim Denken dieses Textes mit der Heimat eingegangen wird.

Jede Person, die diesen Text bedenkt, hörbar macht, für sich oder andere, in seiner Umgebung und wenn es noch so leise ist, kann eins werden mit dieser Welt, kann mit allen Erinnerungen die dabei in den Sinn kommen, mit dieser Erinnerung sichtbar werden, diese Mentaltät in diesem Lied teilen, kann dabei alles Leid der Erde im Heute vergessen oder für wertlos und sinnlos erachten, angesichts der in der Erinnerung so schönen Tage. Jede und Jeder kann sich ausschließlich dieser schönen Tage und Jahre erinnern. Ja sie/er kann plötzlich heute fern der Heimat mit dem Land und der Erde seiner Kindheit und Jugend kommunizieren. Ob einst Maadla oder Jonge, zuhause im Adlergebirge. Ob lange oder nur sehr kurz in diesem Land gelebt. Ob die kurzen Beine einst erst getragen haben oder schon rannten und allen Kindern glückliche Tage beschert hatten, Kinderglück und Jugendfreuden selbst in schlimmsten Tagen vorhanden, werden plötzlich wieder lebendig.

Und selbst das Leid der Vertreibungszeit wird eine wundervolle Zeit des Zusammenstehens der Dorfgemeinschaft. Nachbarn, Freunde und Familie, die gesamten Gemeinschaft erscheint vor dem geistigen Auge der Sängerin oder des Sängers. Und es tränt aus sich heraus von selbst die Träne aus den Augen vor Freude, Sehnsucht und Wonne. Diese Tränen lassen alles Böse, wie mit einem Segen des Schöpfers behaftet, verschwommen erscheinen. Dann wird der Wunsch, bei denen begraben zu sein, die einem einst nur Gutes wollten, den Eltern, den Großeltern, bei den Verwandten, bei Nachbarn, bei Schulfreunden, den Freunden, alle guten Nachbarn und allen die Teilhabe an den guten Dingen hatten,auch erkennbar und verständlich. Diese Personen erscheinen beim Singen dieses Liedes lebendig und in einer geradezu nahen Erinnerung. Zu deren letzter Ruhestätte fühlt man sich unweigerlich hingezogen, den es ist die gemeinsame Heimat. In die Heimat, zu den Menschen die man in Kindheit und Jugend liebte und dann auch zu deren letzter Ruhestätte weil man im Normalfall auch dort beerdigt werden würde, in der Heimat eben, wie es nahezu überall auf der Erde üblich ist. Nur eben in der eigenen Heimat nicht, weil das Leben dort sinnlos, höchst kriminell und äußerst brutal auf dem Wege einer national begrenzt stattfindenen ethnischen Säuberung für immer zerstört wurde. Ausgelöscht wirklich für immer. Dann zu singen : »Wenn dar schiene Tram zo Ende, grobt mich ok derheeme ei! Bei mem Barcha, bei mem Dörfla well ich ei a Himmel nei!» – ist nur all zu verständlich. Genauso wie es der letzte Teil der nunmehr veränderte letzte Refrain im Lied: « Dich, mei Dörfla, liebt ich ennich, weil mei Harze schluch noch worm; tu a du mich ne vergassa, du mei Dörfla, kleen on orm; tu a du mich ne vergassa, du mei Dörfla, kleen on orm!» Und damit ist bereits alles gesagt, was es an natürlicher, guter, mitmenschlicher und unvergessener Heimatliebe und Freude am Leben im Adlergebirge seitens der Menschen zu zu sagen gibt. Ist es nicht ein schönes Lied ?

Und es begann früher in jeder Generation im Adlergebirge aufs Neue, nach einem Begrägniss: «Tief eim Toole, zwesch´r a Barcha, leit mei liewe, schiene Heemt, griene Wiesa, griene Felder, vo grien Pescha eigeseemt.“ So sangen schon die Jungen, die jungen Adlergebirgler. diese jungen Adlergebirgler dachten auch schon immer so. Das war der Lauf der Welt und der wird es auch noch lange bleiben.»

Wir wollen und werden unseren Teil dazu leisten, dass dieses alles nicht vergessen wird. Selbst wenn es immer wieder und dann wie immer noch so viele nationalsozialistisch, kommunistisch und falsch röm.-kath. sozialisierte Mitmenschen gibt, die dieses nie verstehen werden weil ihnen die notwendige Empathie von Gott nicht gegeben ist. Der einfache Mensch, Adlergebirglerin wie Adlergebirgler, erkennt sehr schnell jedne von Gefühllosigkeit geprägten Menschen. Diese haben in allen Genereationen ihre Arbeiten und ihr Unwesen getrieben. Das war schon immer so. Der „Adlergebirgische Mensch“ ist zwar immer arm und einfach gewesen, hat jedoch wie das Lied zeigt, eine natürliche und gefühlvolle Welt in der auch Platz und Wissen ist um das Gut und das Böse. Und der Adlergebirgler kann dieses sehr gut voneinander trennen.

3

Sammlung Adlergebirgslieder
der Adlergebirgsjugend von 1970

nach der Sammlung der Adlergebirgsjugend 1970.

Das Schnappelied

Ein Lied, das als Werbung und Hauslied für die vielen Touristen und Kugäste die aus dem Nahen Bad Reinerz in das Weinhaus kamen un sich dort vergnügten in Gießhübel in dem Gast- und Tanzhaus Weinhaus zur Schnappe entstanden ist und bei viellen Adlergebirglerinnen und Adlergebirglern im Oberen Adlergebirge, speziell aus Gießhüblern, Pollom, Sattel und Deschnei gespielt und gesungen wurde.

Nach einer Aufzeichnung vom Josef Scholz ( Scholza Pepla) aus Pollom:

                                                

Das Schnappelied

                                                                                                                                      (nach Fiedler aus Braunau)
1
Schmilzt der Schnee und Veilchen blühen schon im Garten wie im Wald,
Lerchen auf zum Himmel steigen und des Kuckucks Ruf erschallt,
drängen sich in jedem Herzen Frühlingsstimmung, Wanderlust.
„Auf zur Schnappe!“ gilt die Losung, mancher Juchzer hebt die Brust:

Refrain: Schnappe – Bier, Schnappe – Wein, Schnappe – Huhn, Schnitzel fein!

2
Schnappe Dich nur richtig satt, tanze, sing´und sei nicht fad!
Wär ich Doktor in Bad Reinerz, käm´ bald jeder zu mir her.
Ich verordnete nicht Pillen, keine Wasserkuren mehr;
riet nur fleißig Berge steigen, da stellt Appetit sich ein;
schickte jeden nach der Schnappe, mein Rezept würd´ dieses sein:

Refrain:
Schnappe – Bier, Schnappe – Wein, Schnappe – Huhn, Schnitzel fein!

3
Oftmals hört´man kritisieren, daß der Weg zur „Schnappe“ schlecht,
daß man künftig Promenaden und Alleen schaffen möcht´!
Besonders nachts das ´Runterstolpern, das fällt manchem bitter schwer;
wenn doch wenigstens bis Kohlau eine schöne Rutschbahn wär´!

Refrain:
Schnappe – Bier, Schnappe – Wein, Schnappe – Huhn, Schnitzel fein!

4
Jüngst kam ´rauf ein fremdes Pärchen, wollt´ die „Schnappe“ kennenlern´.
Als sie sah´n das schlichte Häuschen, gedachten sie gleich umzukehr´n.
Da ich hörte ihre Meinung, bat ich sie, doch einzukehr´n;
spielte fleißig lust´ge Weisen und tat freundlich sie belehr´n:

Refrain:
Schnappe – Bier, Schnappe – Wein, Schnappe – Huhn, Schnitzel fein!

5
Doch was nützen fromme Wünsche, nichts vollkommen auf der Welt!
Unsre „Schnappe“ wird bestehen, auch, wenn ihr so manches fehlt!
Schnappe – Wein und frohe Lieder fördern die Gemütlichkeit,
seid willkommen, hockt Euch nieder und genießt, was man Euch beut!

Refrain:
Schnappe – Bier, Schnappe – Wein, Schnappe – Huhn, Schnitzel fein!

Dr Baasmbendr

Doos Seffla

Mariela ging eia Garta

Seff blei doo

Sein onsre Obloite werglich doos Letzte

Liebe Adlergebirglerinnen und Adlergebirgler, liebe Nachkommen.

Wir haben eine große Bitte an Sie und bitten Sie diese Verantwortung die in dieser Bitte liegt anzunehmen.

Jetzt ist es an Ihnen das letzte Wissen aus dem Adlergebirge von Ihren Eltern oder Großeltern abzufragen, festzuhalten mit Film, Video oder sonstiger Technik. Ohne ihre Mithilfe geht das letzte verloren, was einmal ihre Eltern, Großeltern und Urgroßeltern ausmachte und auszeichnete. Ohne ihr mittun wird dieser Menschenschlag der Gebirgsschlesier und Nordböhmen unerforscht ausgestorben sein wie ein Tier auf einer Roten Liste. Denn Sie und ihre Kinder nehmen in überwiegender Größe die Mentalität der neuen Heimat an und wissen nur noch in einem sehr kleinen Teil des Unterbewusstseins, dass sie einst aus einer anderen Gesellschaft herausgewachsen sind.

Helfen Sie die Erzählungen Ihrer Eltern oder Großeltern aus ihrer Heimat aufzuzeichnen.

Jüngere können nichts von dem Leben in der Heimat erzählen, von Lebensart und Mentalität und von Lebensumständen und dem Umgang untereinander und sprechen diese schöne gebirgsschlesische Sprache auch nicht mehr.

Sie haben es jetzt in ihren Händen, liebe Adlergebirglerinnen und Adlergebirglerinnen, liebe Leserinnen und Leser, liebe Interessierte.

Bei einer positiven Regung ihrerseits bei uns sind wir natürlich hocherfreut. Sie würden dadurch ein sehr positives Zeichen setzen fpür sich, ihre Kinder und die Menschen aus diesem Gebiet.

Die Möglichkeiten sind einfach: Unterhalten Sie sich mit Ihren Eltern und Großeltern und nehmen Sie diese Dokumentation auf Video auf. Und wenn Sie sich dieses nicht zutrauen und in andere Hände geben möchten, dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf und wir besprechen dieses Projekt gemeinsam unverbindlich und ohne Hast.

Wir freuen uns auf jeden Kontakt der dieses Projekt unterstützt. Wir freuen uns auf Sie und die Zusammenarbeit mit Ihnen.

Freundlichst

Ihr

adlergebirgsverein.de

 

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